Naalbinding Workshop

Nadelbinden ist eine Technik zur Herstellung von textilen Flächengebilden mit Hilfe eines Fadens und einer Nadel. Beim Nadelbinden wird der Faden spiralförmigen in Schlingenketten gelegt. Diese werden, wie beim Nähen, durch einen systematisch geführten Verbindungsstich miteinander verbunden, wobei jeweils der gesamte Fadenvorrat durch Schlingen gezogen wird. Das Gewirk wird mit einer systematischen Fadenführung weiter aufgebaut und bildet je nach Fadenstärke und Stichvarianten ein unterschiedlich dichtes Gewirk.

Nålebinding (Danish: literally “binding with a needle” or “needle-binding”, also naalbinding, nålbinding or naalebinding) is a fabric creation technique predating both knitting and crochet. Also known in English as “knotless netting,” “knotless knitting,” [1] or “single needle knitting,” the technique is distinct from crochet in that it involves passing the full length of the working thread through each loop, unlike crochet where the work is formed only of loops, never involving the free end. It also differs from knitting in that lengths must be pieced together during the process of nålebinding, rather than a continuous strand of yarn that can easily be pulled out.

Als alte Handarbeitstante mit einem Faible für Textilgeschichte bin ich schon häufig mal über das Nadelbinden als textile Technik gestoßen. Das Nadelbinden ist durch archäologische Funde bis in die Jungsteinzeit zurückzudatieren und war nicht nur in unserem Raum verbreitet sondern lässt sich auch im vorderen Orient und in Südamerika nachweisen. Heute sind es wohl vor allem die Enthusiasten aus der mittelalterdarstellenden Szene, die das Nadelbinden als historisch korrekte Art und Weise der Bekleidungsherstellung wiederentdeckt haben, die die Technik pflegen und weiterbringen. Interessant und lernenswert ist es also wirklich, allerdings muss man dazu aus den Anleitungen im Internet erst mal schlau werden.

As an avid fiber enthusiast with a strong interest in textile history I had already encountered naalbinding (or needle-binding) on the internet. It’s an age old technique of forming fabric with one needle only and short lengths of thread. It predates both knitting and crochet and archeological funds date back to neolithic age. It was common in Europe as well as in the Orient and South America. Today it’s practiced mainly by people engaged in medieval reenactment because it’s an authentic technique to create garments other than woven ones. It’s all very fascinating really but hard to actually translate written instructions from the internet into thread and a real project.

Naalbinding Workshop with Bernhard Dankbar May 2009

Naalbinding Workshop – Bernhard’s little exhibition, Photo: Anja Pralle

Beim Spinntreffen brachte jemand die Idee auf, doch mal den Bernhard Dankbar – seines Zeichens Nadelbinde-Guru, stets und gerne im Auftrag dieser uralten Technik unterwegs – zu fragen, ob er nicht mal einen Workshop bei uns machen könnte. Und tatsächlich fanden sich genügend Interessenten und ein gemeinsamer Termin. Anita war fleißig am Organisieren und stellte am vergangenen Samstag sogar ihren schönen Garten zur Verfügung. Jede von uns brachte etwas fürs Buffet mit, so dass auch fürs leibliche Wohl bestens gesorgt war. Anitas Gatte sorgte für eine ununterbrochene Kaffeeversorgung, wofür wir ihm alle sehr verbunden waren.

In our monthly spinning group someone brought up the idea of having a naalbinding workshop with Berhard Dankbar who’s something of a Guru in the naalbinding field and who’s always on the path of spreading the knowledge about the interesting ancient technique. Anita as the fearless leader of our spinster group took the organization in her capable hands and a common date was found and on top of that she provided the location for our workshop – her wonderful garden. All of us 8 gals contributed to the buffet and Anita’s husband made sure we were never out of coffee. Which was truly appreciated.

Bernhard Dankbar showing raw materials for naalbinding needles

Bernhard Dankbar showing raw materials for naalbinding needles, Photo: Anja Pralle

Nach einem kleinen historischen Abriss und einer Einführung in die Arbeitmittel gings sofort los mit dem Schlaufenbilden. Einige kannten die Grundtechnik schon und waren entsprechend flott dabei, von anderer Seite kamen ordentlich Flüche und Kraftausdrücke, bis man das Fadengewurstel und die Verschlingungen dann erst mal halbwegs im Griff hatte. Es war auf jeden Fall unterhaltsam und nach einer Weile hatte es jede von uns 8 Teilnehmerinnen kapiert.

After a short historical introduction and some info about the necessary tools we dove into whole loop making. Some of us were already familiar with the basics so things worked pretty fast for them. The rest of us was not only busy with struggling with one needle and a piece of yarn but also with cursing and bitching. But after a time we all seemed to get the hang of it and were getting the better of this darned needle and thread. It sure was a fun experience with much laughter and joy.

Bernhard ist ein ganz reizender Mensch, der jede Menge zu erzählen weiß und das Nadelbinden auf unterhaltsame Weise näherbringen kann.

Bernhard is really such a nice guy and he’s got loads of interesting stories to tell. He made learning about naalbinding so much fun.

Naalbinding in action

Naalbinding in action. From left to right: Connie (behind the shrub), me, Barbara, Monika, Heike, Anita. Not in the picture: Marion and Anja. Photo: Anja Pralle

Bernhard drang darauf, dass jeder schon ein kleines fertiges Stück nadelt und nicht einfach ein Probeläppchen. So ist man motiviert und am Ende kommt was Vorzeigbares heraus, das man vielleicht auch noch nutzbringend einsetzen kann. Und so nadelten wir alle fleißig an kleinen Täschchen und Beutelchen und kämpften mit den Tücken der Verschlingungen. Es war anfangs gar nicht so einfach, die Schlingen auseinanderzuhalten und den Weg der Nadel immer richtig nachzuvollziehen. Man kann das Gewirk bei Fehlern auch nicht einfach wieder aufribbeln, sondern muss die Knoten auflösen oder bei mehr Mut einfach was abschneiden. Ein Vorteil von nadelgebundenen Sachen ist nämlich, dass es sich nicht auftrennt, falls mal ein Loch reinkommt.

On Bernhard’s insistence we did not start with some boring old swatch but chose real projects so we’d be motivated to continue and actually finish something. And in the end you’ve actually end up with something to show, which is really cool. Soon we were all happily needling away on our little pouch projects. In the beginning it wasn’t easy to keep the loops apart from each other and to thread the needle through the loops correctly. You can’t just rip back when you’ve made a mistake but have to undo the single loops/knots one after the other or for braver natures take scissors and cut the mistake away. It’s characteristic for naalbinding fabric that you won’t get running stitches even if you accidentally rip it.

Naalbinding needle and beginning of second pouch project

Naalbinding needle and beginning of second pouch project

Klassischerweise wurden wohl hauptsächlich Fuß-, Hand- und Kopfbedeckungen genadelt, um diese gegen die Elemente zu schützen. Das aus Wolle genadelte Gewirk wurde wohl im Nachgang oft gefilzt und wurde so wind- und wasserdicht gemacht. Meine beiden unten zu sehenden Erstlingswerke werde ich wohl auch einer kräftigen Wäsche unterziehen, so dass sie verfilzen und ein gleichmäßigeres und nicht-löchriges Erscheinungsbild bekommen.

Historically needle-binding was probably mainly used for head, hand and foot coverages against the elements. Wool fabric was probably felted after needling to create a wind- and rainproof structure. Below you can see two little pouches as my first naalbinding projects. I’ll probably felt them to get a smoother fabric that’s got less holes.

Two little pouches done in needlebinding technique

Two little pouches done in needlebinding technique

Der Workshop hat wirklich Spaß gemacht und es war ein wirklich rundum gelungener Tag. Einen lieben Dank an dieser Stelle an Anita fürs Organisieren und an Bernhard für die Einführung in eine so interessante Technik.

The workshop was a great experience and the whole day was so much fun. Many thanks to Anita for doing the organisation part and to Bernhard for introducing such an intriguing technique.

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3 comments

  • Marion Baumann

    Bitte senden Sie mir Infos über Nadelbinding Workshops zu.
    Mit freundlichen Grüßen Marion Baumann

    • sgutperl

      Hallo Frau Baumann, Nadelbinden ist wirklich eine interessante Technik. Für Nadelbinden-Seminare fragen Sie bitte direkt bei Herrn Bernhard Dankbar an. Er ist über seine Website zu erreichen http://home.arcor.de/bedankbar/ und man kann ihn auch auf Facebook finden. Auf seiner Website hat er für 2016 bereits 2 Termine für Wochenend-Seminare veröffentlicht.
      Viele Grüße!

  • Marion Baumann

    Nadelbinding interessiert mich und meine Spinngruppe

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