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Various knitting books

Various knitting books

Obwohl oder vielleicht gerade weil ich im Moment nicht so wahnsinnig viel zum Stricken komme, habe ich bei Amazon mal wieder eine größere Bestellung aufgegeben um meine Strickbuchkollektion ein wenig zu erweitern. Nach dem Durchblättern der Bücher wurde schnell klar, dass zwei davon schleunigst zurückgesendet werden. Hier die Bücher im Detail.

Sorry folks, no English today. I just cannot seem to make up the time and energy right now. Maybe later.

Ann Budd (Editor): The Best Of Interweave Knits – Our Favorite Designs From The First Ten Years, 2007, Interweave Press

Für das Buch sind verschiedene Modelle aus den letzten 10 Jahren Interweave Knits ausgewählt worden und durch Artikel der Serie „Beyond The Basics“ ergänzt worden. Die Modellauswahl ist vielfältig und ich bin mir sicher, dass es sich tatsächlich um einige der beliebtesten Modell aus der Geschichte der Zeitschrift handelt. Die wunderbare, elfenzarte Forest Path Stole ist ebenso vertreten wie der eindrucksvolle Water Garden Fair Isle Pullover oder die ungewöhnliche Tasche Weekend Getaway Satchel. Die Aufmachung der Anleitungen ist gewohnt übersichtlich und verständlich, wie man es aus dem Magazin nicht anders gewohnt ist. Die Anleitungen sind jeweils mit Schemazeichnung der Modelle versehen und sowohl im imperialen als auch im metrischen System beschriftet. Zopf-, Spitzen- und Fair Isle Muster sind durch die deutlichen Symbolschriften einfach nachzuarbeiten.

Wer die Zeitschrift bereits über einige Jahre abonniert hat, der wird jedoch wenig Neues auf den 160 Seiten finden. Mir selbst kamen von den 26 enthaltenen Designs lediglich drei oder vier unbekannt vor. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch durch die Bündelung unterschiedlichster Modelle zwischen zwei Buchdeckeln ohne Frage eine Bereicherung für den Bücherschrank. Jetzt zur Weihnachtszeit macht sich dieses Buch als Geschenk für einen etwas abenteuerlustigeren Stricker, der seinen Horizont über den üblichen deutschen Einheitsbrei hinaus erweitern möchte, sicherlich wunderbar.

Fazit: Definitv ein Must im Schrank eines Strickbücher-Sammlers.

Lousia Harding: Modern Classics – Knit Over Twenty Timeless Designs, 2006, Collins & Brown

Ich gebe zu, ich habe mich vom Titel und vom Cover des Buches zum Kauf hinreißen lassen. Wer von uns möchte nicht, dass ein Strickstück, in das viel Geld und Zeit geflossen sind, zu einem zeitlosen Begleiter wird? Wem ist es nicht schon einmal so ergangen, dass er ein Garn gekauft oder ein Design entsprechend dem letzten Trend gestrickt hat und als das Stück dann fertig war enttäuscht feststellen musste, dass es irgendwie schon wieder aus der Mode war? Insofern versprach das Buch nur Gutes.

Leider wurde bereits beim ersten Durchblättern deutlich, dass es sich bei den enthaltenen Modellen nicht so sehr um zeitlose Designs sondern in meinen Augen eher um altmodische und wenig innovative Stücke handelte. Zu oft leben Hardings Designs von den verwendeten Garnen und nicht vom Schnitt oder handwerklichen Details. Die überwiegende Anzahl der Modelle sind simple, für meinen Geschmack zu kurz geratene, Blouson-hafte Schnitte mit Rippenbünchen. Mir sind nur zwei Modelle aufgefallen, die tailliert gearbeitet sind.

Die Aufmachung des Buches ist sehr ansprechend, die Anleitungen klar strukturiert und durch Schemazeichnungen des Modells und Symbolschriften ist eine Nacharbeitung sicherlich nicht schwierig. Allerdings empfinde ich es als wenig ausreichend, bei einem Strickstück nur die Gesamtlänge, die Ärmellänge sowie den Brustumfang anzugeben. Halsweite oder die Weite der Ärmel scheinen uninteressant zu sein. Überflüssigerweise ist zu jedem Design auch noch ein Schwierigkeitsgrad angegeben (von 1 bis 3). Ich habe diese Fixierung auf Schwierigkeitsstufen noch nie so recht nachvollziehen können. Wer stricken kann, kann jedes Modell arbeiten, ein wenig Geduld vorausgesetzt. Zu Gute halten darf man dem Verlag, dass die Maße stets Inch und Zentimeter angegeben werden. Aber ansonsten erscheinen die Modelle nicht so sehr zeitlos als vielmehr etwas angestaubt und altmodisch.

Fazit: Geht schnellstens zurück zum Versender.

Véronik Avery: Knitting Classic Style – 35 Modern Designs Inspired By Fashion Archives, 2007, Stewart, Tabori & Chang

Ich kannte Véronik Avery bereits von einigen Modellen, die sie regelmäßig in der Interweave Knits veröffentlich hatte. Ihre Designs hatten immer das gewisse Etwas, welche sie vom üblichen Einheitsbrei abhoben. Ihr neues Buch Knitting Classic Style versprach also neben zeitlosen Designs auch einige interessante Details.

Avery hat Modelle unterschiedlichster Stile und Größenordnungen zusammengestellt. Von kleinen Stücken wie Pulswärmern oder Handschuhen über Mützen und Tops bis hin zu großen Fair-Isle- und Zopfmusterpullovern ist für alle Geschmäcker und Situationen etwas dabei. Die Designerin interpretiert dabei klassische Vorlagen neu und setzt diese als gestrickte Stücke um. Meine Favoriten sind hierbei Basque Beret, Military Jacket und Bias Shell.

Die Anleitungen sind übersichtlich und klar strukturiert. Wo es notwendig ist, zeigen ausführlich bemaßte Skizzen, wie das gestrickte Teil konstruiert ist und machen es so einfach, das Stück gegebenenfalls der individuellen Körperform anzupassen. Spitzen- und Fair-Isle-Muster sind in gut lesbaren Strickschriften aufgezeichnet. Dankenswerterweise sind die Anleitungen für den internationalen Markt stets auch mit Maßangaben im metrischen System versehen.

Fazit: Sehr schön gemachtes Buch, sehr interessante und vielseite Modelle – behalt ich.

Jean Moss: Couture Knits, 2006, Guild of Master Craftsman Publications

Nachdem ich bereits das Buch „Sculptured Knits“ von Jean Moss besitze und die dort enthaltenen Modelle durchaus innovativ und interessant finde, stellte ich mir vor, mit „Couture Knits“ ein ähnliches gutes oder zumindest optisch schönes Strickbuch zu beziehen. Bereits beim ersten Durchblättern stellte sich mir die Frage, aus welchem Jahrzehnt die abgebildeten Designs entlaufen sind. Da wechseln sich seltsame schulterfreie Teile (insgesamt 3 Stück!) ab mit berüschten Boleros und eigenartig altmodisch anmutenden Ajour-Teilen. Getoppt werden die Modelle lediglich von den absurden Farben (knallorange!) und Farbkombinationen (magenta mit lila!). Einzig erwähnenswert ist „Imogen“ eine Jacke inspiriert vom elisabethanischen Kleidungsstil. Der Rest der Modelle kann man getrost unter völlig altbacken ablegen.

Falls es interessiert, hier noch ein Wort zur Aufmachung des Buches. Die Anleitungen an sich sind übersichtlich und gut strukturiert. Konstruktionszeichnungen mit Bemaßung in Inch und Zentimeter sowie Symbolschriften für die Muster machen das Nacharbeiten sicherlich einfach – wenn man denn tatsächlich eines der Modelle irgendwie ansprechend findet.

Fazit: Postwendend zurück.

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